Cuisine sans frontières

Kochen in einem fremden Land

Bis zu 300 Migrantinnen und Migranten sind vorübergehend oder für Wochen oder gar Monate im Asylzentrum Juch in Zürich Altstetten untergebracht. Betreut und dreimal täglich mit Mahlzeiten versorgt werden sie durch die Asylorganisation Zürich. Der gemeinnützige Verein Cuisine sans frontières organisiert ergänzend dazu verschiedene gastronomische Veranstaltungen für und mit den Bewohnern unter dem Motto «Kochen in einem fremden Land». Zu den gemeinsamen Abendessen mit Rahmenprogramm sind jeweils auch die Menschen aus der Nachbarschaft eingeladen. Mit diesen Anlässen fördert Cuisine sans frontières das Verständnis für unterschiedliche kulinarische Traditionen sowohl unter den Zentrumsbewohnern als auch zwischen ihnen und den Einheimischen.

Die SV Stiftung unterstützt das Engagement von Cuisine sans frontières im Zentrum Juch mit einem finanziellen Beitrag.

Erlebnisbericht von Karin Brack, Stiftungsrätin und Mitglied des Projektausschusses der SV Stiftung, anlässlich eines Koch-Events am 21.12.2014:

«Ein Leben in Frieden... 

... das wünscht sich Amin, 40, aus Lybien. Er ist über die Türkei in die Schweiz gelangt. In seinem Heimatland hatte er „ein Problem“. Seit einem Monat lebt er nun im Zentrum Juch und wartet auf seinen Asylentscheid. Mehr sagt der gelernte Computerfachmann nicht über sich selbst. Aber es ist auch schwierig einander zu verstehen, nicht nur, weil Englisch für uns beide nicht die Muttersprache ist. Der „Intergalactical Choir“ singt während unserer Unterhaltung inbrünstig und versucht, eine warme Atmosphäre zu schaffen und die Wartezeit zum Abendessen zu überbrücken, welches im Innenhof in zwei grossen Töpfen der Schweizer Armee fertiggekocht wird. 

Cuisine sans frontières gibt sich riesig Mühe, den Menschen, die hier aus verschiedensten Gründen landen, ab und zu etwas Schönes zu bieten. Und das wird offensichtlich geschätzt: Das frische Essen schmeckt eben anders als dasjenige, welches normalerweise durch das AOZ angeliefert wird. Und man reisst sich darum, bei den Vorbereitungen mitzuhelfen: Wenigstens ein Mal eine Zwiebel schneiden ist besser als den ganzen Tag, die ganze Woche, den ganzen Monat, die ganzen 140 Tage nichts, nichts tun zu können.»

Karin Brack

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